Wissenswertes zum Autogenen Training

Was ist Autogenes Training?
Autogenes Training ist eine Methode der Entspannung, die mit Hilfe von Suggestion (Veranlassen von Vorstellungen und Handlungen einer Person durch eine andere Person) erlangt wird. Zu Beginn der Übungen werden die Grundlagen in Formeln und Sätzen von/m Seminarleiter/in ausgesprochen.
In der so genannten Unterstufe des Autogenen Trainings werden besonders körperliche Vorgänge beeinflusst. Der/die Übende versucht sich auf ihren/seinen eigenen Körper zu konzentrieren, während sie/er entspannt auf dem Rücken liegt oder sich sitzend in der sogenannten Dorschkenkutscherhaltung befindet. In wenigen Übungen wird erlernt sich gezielt auf diese Übungen zu konzentrieren. Nach einiger Zeit der Konzentration kann die/der Teilnehmer/in tatsächlich die ihr/ihm genannten Gefühle empfinden. Der Körper hat reagiert.
Meistens wird in Gruppen geübt, aber auch Einzelsitzungen sind manchmal sinnvoll. Eine Einführung dauert in der Regel etwa 8 x1 Stunde. Die/der Übende wird während der Einführungsstunden durch die gesamte Palette der Übungen geleitet. Nach den Übungen fühlt sich der Teilnehmer entspannt und erfrischt zugleich.
 
In der Oberstufe des Autogenen Trainings werden Vorstellungen von Bildern und Situationen vermittelt. Die/der Übende konzentriert sich auf eine bestimmte Szene und wird sie dadurch real erleben. Durch den vorher erlernten entspannten Zustand, der durch die einführenden Übungen herbeigeführt wurde, können so Möglichkeiten für neue Lösungen von Problemen gefunden werden. Dabei werden Selbsterkenntnis und Charakterbildung geübt und gefördert.
 
Sinnvoll ist in der Übungsphase das Einhalten von regelmäßigen Zeitabständen. Körper und Geist gewöhnen sich an einen Rhythmus. Später ist das Hinübergleiten in den Entspannungszustand schon innerhalb weniger Minuten möglich. Es kann jederzeit und überall eingesetzt werden.
 
Entstehung des Autogenen Trainings:
Methoden der Entspannung und Selbstbeeinflussung waren schon seit der Antike bekannt, beispielsweise in der indischen Yogalehre oder der japanischen Zen-Meditation. Allerdings sind diese Methoden kaum von der Weltanschauung der jeweiligen Lehre zu trennen oder sie verlieren dadurch an Wirkung.
Johannes Heinrich Schultz entwickelte mit dem Autogenen Training eine Technik, die unabhängig vom kulturellen Umfeld und der Weltanschauung anwendbar sein sollte. Vor ihrer Ausarbeitung war er lange Zeit in einem Berliner Hypnose-Ambulatorium tätig. Auf diesen Erfahrungen aufbauend entwickelte er nach wissenschaftlichen Prinzipien eine Selbsthilfemethode, die er 1932 in seinem Buch "Das autogene Training" veröffentlichte.
Grundlage hierfür war seine Entdeckung, dass die meisten Menschen in der Lage sind, einen Zustand tiefer Entspannung allein mit Hilfe ihrer Vorstellungskraft zu erreichen. So lässt sich beispielsweise bei Personen, die sich intensiv Wärme in ihren Armen vorstellen, tatsächlich eine Zunahme der Oberflächentemperatur messen, die auf eine Zunahme der Durchblutung zurückgeführt wird.
Die ursprünglichen Methoden wurden im Laufe des 20. Jahrhunderts aufgrund neuer Erkenntnisse erweitert. Die Wirksamkeit des Autogenen Trainings konnte in vielen Studien nachgewiesen werden.

Wann kann Autogenes Training sinnvoll sein?
-        innere Unruhe
-        Stress
-        Stimmungsschwankungen, Unausgeglichenheit
-        Leichte depressive Verstimmungen
-        Ständige Aufregung
-        Verringerung von Konzentrationsstörungen
-        Schlafstörungen
-        Zur Leistungssteigerung beim Sport und/ oder geistigem Lernen
-        Schnellere Genesung und Prophylaxe bei allgemeiner Erkrankungsneigung
-        positive Auswirkung auf Magen-Darm-Verdauungsprobleme
-        Abbau von Muskelverspannungen und Haltungsschäden
-        Atembeschwerden
-        Manifester hoher Blutdruck
-        Kopfschmerz und Migränevorbeugung
-        für mehr Gelassenheit und innerer Ruhe
 
Wann sollte vor Beginn des Kurses der Arzt gefragt werden?
-        manifeste Hypotonie (dauerhafter niedriger Blutdruck) 
-        Schwere Depression und Psychosen 
-        schlechter körperlicher und/ oder geistiger Zustand 
-        in Zweifelsfällen fragen Sie bitte Ihren Arzt